40 Jahre Kulturpsychologie: Ein feierliches Symposium
Vor 40 Jahren wurde die Gesellschaft für Kulturpsychologie (für den deutschsprachigen Raum) gegründet. Damals ging es den Gründern vor allem darum, ein Theorie- und Forschungsgebiet der Psychologie zu etablieren, das die Sinn- und Bedeutungsstrukturen der Menschen in ihrem jeweils spezifischen kulturellen Umfeld und das damit verbundene Erleben und Handeln zum Gegenstand hat. Im Unterschied zu den vorherrschenden Forschungsprogrammen der Psychologie, die das Verhalten von Menschen im Zusammenhang von Variablen, die auf kausale oder statistische Wirkzusammenhänge bezogen werden, untersuchen, geht die Kulturpsychologie vor allem mit interpretativen und rekonstruktiven Methoden der Frage nach, was es bedeutet, als Mensch ein Kulturwesen zu sein und in welcher Weise psychische Prozesse sich in Wechselwirkung mit kulturellen Entwicklungen konstituieren. Heute kann die Kulturpsychologie im deutschsprachigen Raum auf eine mehr als 40-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. 15 Tagungen seit Bestehen der Gesellschaft, sechs Verleihungen in zwei Kategorien des seit 2015 ausgelobten Ernst-E. Boesch Preises und nicht zuletzt zahlreiche bedeutende Publikationen, zuletzt das von Uwe Wolfradt, Lars Allolio-Näcke und Paul Sebastian Ruppel 2022 herausgegebene Lehrbuch Kulturpsychologie, sprechen für die enorme Bedeutung und Reichweite, die die Kulturpsychologie mittlerweile erlangt hat. Es gibt also in der Tat einen Grund zum Feiern.
Zum 40-jährigen Bestehen der Gesellschaft für Kulturpsychologie lädt die Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten zu einem ganztägigen feierlichen Symposium ein. Eingerahmt wird die Veranstaltung von zwei Keynotes am Vormittag und am Abend:
Katharina Scherke, Universität Graz: Zur Geschichte und Aktualität der Kultursoziologie – Einblicke in eine Nachbardisziplin der Kulturpsychologie
Monika Wohlrab-Sahr, Universität Leipzig: Kultur und, als, oder Religion? Unterscheidungen und ihre Implikationen
Am Vormittag wird es außerdem Arbeitsgruppen zu den Gründern der Gesellschaft für Kulturpsychologie, nämlich Wilhelm Josef Revers (Moderation: Ralph Sichler), Wilhelm Salber (Moderation: Herbert Fitzek) und Hans Werbik (Moderation: Carlos Kölbl), geben. Ziel dabei ist, auf Basis von damals während der Gründungszeit entstandenen Texten der Gründer die Aktualität der damaligen Intentionen für die theoretische und methodologische Neuausrichtung der Psychologie als Kulturpsychologie zu diskutieren.
Am Nachmittag werden in weiteren Arbeitsgruppen und im Rahmen einer Podiumsdiskussion aktuelle Herausforderungen der Kulturpsychologie sowie weiterführende konzeptionelle Perspektiven für die kommenden Jahre thematisiert. Parallel und quer zu den Arbeitsgruppen wird die Initiative Junge Kulturpsychologie (Moderation: Moritz Meister) Fragen und Ideen zu zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten der Kulturpsychologie aufwerfen und diskutieren.
Wir laden herzlich zum feierlichen Symposium „40 Jahr Kulturpsychologie“ nach St. Pölten an die Bertha von Suttner Privatuniversität ein und freuen uns über rege Teilnahme.
Ihre Anmeldung kann ab dem 1. August 2026 über die Webpage der Gesellschaft für Kulturpsychologie erfolgen: www.kulturpsychologie.de